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Spritzguss und Reinraumproduktion von Single-use Instrumenten - Gsell als Full-Service-Partner

Spritzguss- und Reinraumproduktion von Einweginstrumenten sind heute ein zentraler Bestandteil der modernen Medizintechnik. Entscheidend ist dabei nicht der einzelne Fertigungsschritt, sondern das Zusammenspiel aller Prozessschritte. Gsell als Full-Service-Partner setzt deshalb auf einen integrierten, durchgängigen Prozess von Co-Engineering über Fertigung bis hin zur Kennzeichnung, Montage und Verpacken im Reinraum.

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Spritzguss- und Reinraumfertigung von Single-use-Instrumenten


Trend in der Medizintechnik: Single-use-Instrumente

Single-use Instrumente haben sich in der Medizintechnik längst zu einem wichtigen Produktsegment entwickelt. Dieser Trend wird vor allem durch höhere Anforderungen an Hygiene, Patientensicherheit, Verfügbarkeit und reproduzierbare klinische Prozesse vorangetrieben. Einweg-Instrumente vermeiden die Wiederaufbereitung und reduzieren die damit verbundenen Risiken und Aufwände. Dadurch werden sie in vielen Anwendungen attraktiv.

Neue Möglichkeiten durch Single-use Instrumente

Single-use-Instrumente ermöglichen:

  • Kosteneffizientere Versorgung: Aufbereitung, Sterilisation und logistischen Rückführungen entfallen
  • Patientensicherheit: Risiko von Kreuzkontaminationen, Aufbereitungsfehlern oder materialbedingtem Verschleiss wird reduziert
  • Neue Produktdesigns: Wirtschaftliche Realisierung von funktionsintegrierte Kunststoffkomponenten, filigrane Führungselemente oder Hybridbauteile mit Metall- oder Sensoreinlagen


Co-Engineering, DFM und Prozessvalidierung

Der am häufigsten unterschätzte Erfolgsfaktor bei Medizintechnik-Projekten liegt vor dem Serienstart. Bereits in den frühen Projektphasen werden Entscheidungen getroffen, die zu Kostenoptimierung, weniger Iterationen und geringeren Ausschuss führen. 

Im Co-Engineering und Design for Manufacturing (DFM) werden frühzeitig bewertet:

  • Machbarkeit
  • Werkstoffauswahl (ABS-, PC-Compounds, etc.)
  • Toleranzen
  • Entformbarkeit und Werkzeugdesign
  • Füge- und Montagekonzepte
  • Partikel- und Kontaminationsrisiken
  • Prüf- und Validierungsstrategien
  • FMEA, PFMEA
  • Prototyping
  • Verpackung

Die MDR und FDA stellen hohe Anforderungen an die Qualität und Sicherheit von Medizinprodukten. Parallel ist ISO 13485 als Qualitätsmanagementstandard entlang des gesamten Produktlebenszyklus ausgerichtet und dient Zertifizierungsstellen als Referenz für Audits. In der Medizintechnik muss ein Hersteller belegen, dass die Prozesse unter definierten Bedingungen wiederholbar sichere Ergebnisse liefern. Deshalb ist die Prozessvalidierung für die Fertigungs-, Füge- und Verpackungsschritte im Reinraum von grosser Bedeutung.


Spritzgussproduktion: Vom Granulat zum Einweginstrument

Bei der Qualität im Spritzguss ist entscheidend, ob Toleranzen eingehalten und Oberflächen reproduzierbar erzeugt sowie nachgelagerte Schritte beherrscht werden.

Kritische Prozesse werden gezielt unter kontrollierten Bedingungen ausgeführt, zum Beispiel:

  • Montage
  • Sichtprüfung
  • Endreinigung
  • Verpackung

Spritzguss in reinraumnahen Produktionszonen

Die Verarbeitung anspruchsvoller Kunststoffe stellt hohe Anforderungen an Maschinen, Werkzeuge und Werkstoffe. Die Spritzgussinfrastruktur von Gsell ist explizit auf medizintechnische Anforderungen ausgerichtet.

Dadurch lassen sich bereits in der Fertigung Risiken reduzieren:

  • Partikelquellen werden minimiert
  • Materialverluste gesenkt
  • Enge Toleranzen eingehalten

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Spritzguss- und Reinraumproduktion bei Gsell

Materialwahl: Kunststoff als Erfolgsfaktor

In der Medizintechnik müssen Polymere oft mehrere wichtige Anforderungen erfüllen:

  • Biokompatibilität
  • Mechanische Stabilität
  • Temperaturbeständigkeit
  • Sterilisierbarkeit
  • Prozesssichere Verarbeitbarkeit

Die Eignung hängt von der Anwendung, Produktklasse, Sterilisationsmethode, Geometrie und Stückzahl ab. Bei Single-use Projekten sind ABS- und PC-Compounds besonders interessant, da diese Werkstoffe Vorteile in Bezug auf die mechanische Performance, thermischen Stabilität und Biokompatibilität bietet.

Je nach Projekt können neben den Standardmaterialien auch kundenbeigestellte Materialien oder speziell qualifizierte Compounds verarbeitet werden. Dies kann von entscheidender Bedeutung sein, wenn bestehende Materialfreigaben und definierte regulatorische Dokumentationsketten berücksichtigt werden müssen.

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Granulat: Anwendungsbeispiel mit ABS-Compounds dunkelblau


Insert Molding – Umspritzen von Einlegeteilen

Beim Insert Molding werden vorgefertigte Komponenten wie Metallteile (z. B. Klingen), Gewindeeinsätze, Sensoren oder andere Funktionselemente in das Werkzeug eingebracht und anschliessend direkt mit Kunststoff umspritzt.

Der Vorteil dieser Methode liegt in der Funktionsintegration. Statt mehrere Einzelteile nachträglich aufwendig zu verbinden, entstehen Hybridbauteile mit klar definierten Schnittstellen und oft verbesserter Reproduzierbarkeit. Dadurch kann der Montageaufwand reduziert und die Stabilität im Produktdesign erhöht werden. Gerade bei Führungselementen, Griffkomponenten, Fixierungen oder Instrumententeilen mit metallischer Funktion ist dieser Ansatz häufig wirtschaftlich und technisch überzeugend.


Kennzeichnung im Reinraum: Tampondruck

Im medizinischen Umfeld ist der Tampondruck weit mehr als eine optische Veredelung. Er dient der funktionalen und regulatorischen Identifikation, etwa bei Skalierungen, Chargenbezug, Positionsmarkierungen oder Branding-Elementen.

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Tampondruck-Anwendung bei Single-use-Instrument


Im Reinraum entscheidend:

  • Geringe Partikelbildung
  • Geeignete Farben und Materialien
  • Validierte Prozesse
  • Langlebige und lesbare Kennzeichnung
  • Qualitäts- und Rückverfolgungskonzept

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Tampondruck-Ergebnis bei Einweginstrument


Vormontage von Baugruppen: Kunststoff trifft Metall

Single-use-Instrumente bestehen häufig nicht aus einem einzigen Kunststoffteil, sondern aus funktionalen Baugruppen. In der Vormontage werden mehrere Komponenten zusammengeführt.

Typische Montageschritte:

  • Klingenaufnahmen in Griffe
  • Gewindeeinsätze
  • Klick- und Rastmechanismen
  • Führungselemente
  • Mechanische Fixierungen

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Vormontage von Metall-Klinge


Abweichungen in Toleranzen, der Oberflächenbeschaffenheit oder dem Einpressverhalten können die Montagezeiten verlängern, die Ausschussrate erhöhen oder die Funktion im Endprodukt beeinträchtigen. Wer Konstruktion, Spritzguss und Vormontage aufeinander abstimmt, gewinnt deshalb technisch sowohl als auch wirtschaftlich.


Ultraschallschweissen: Sauber Verbindung ohne Zusatzstoff

Das Ultraschallschweissen ist in der Medizintechnik ein etabliertes Verfahren, um Kunststoffe schnell, sauber und ohne zusätzliche Hilfsstoffe dauerhaft zu verbinden. Dies ist besonders attraktiv für Single-use Instrumente, da kein Klebstoff eingebracht werden muss.

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Ultraschallschweissen im Reinraum


Der Prozess lässt sich gut standardisieren und validieren. Bei geeigneter Auslegung entstehen belastbare, partikelarme Verbindungen mit definierter Nahtqualität.

Ultraschallschweissen ist geeignet für:

  • Gehäuse
  • Abdeckungen
  • fluidführende Baugruppen


Verpacken im Reinraum

Der letzte Schritt ist häufig nicht der unspektakulärste, sondern einer der kritischsten: die Reinraum-Verpackung. Im Medtech-Umfeld ist sie kein nachgelagerter Nebenschritt, sondern ein integraler Bestandteil des Gesamtprozesses. Für Medizinprodukte sind Verpackungssysteme und -prozesse von besonderer Relevanz.  Diese Schritte müssen abgestimmt sein, dass Produktschutz, Handhabbarkeit und Prozesssicherheit gewährleistet sind.

Typische Schritte:

  • Sichtprüfung
  • Einbringen in Beutel oder Blister
  • Siegeln
  • Vorbereitung für Sterilisation


Welche Vorteile bietet eine integrierte Spritzguss- und Reinraumproduktion?

✔ Ganzheitliche Prozesskette
Weniger Schnittstellen und höhere Effizienz beschleunigt Entscheidungen und verbessert die Umsetzbarkeit komplexer Produkte.

✔ Validierte Prozesse & Rückverfolgbarkeit
Validierte Prozesse nach regulatorischer Konformität und lückenlose Dokumentation reduzieren Risiken und erleichtern Audits.

✔ Schnelle Markteinführung
Abgestimmte Prozesse reduzieren die Entwicklungszeiten.

✔ Konstante Qualität & Skalierbarkeit
Definierte Prozesse bieten die Basis für reproduzierbare Qualität. Gleichzeitig bleibt die Fertigung skalierbar, von der Klein- bis zur Grossserie.

✔ Materialkompetenz
Sichere Verarbeitung von Standardkunststoffen bis kundenspezifische Compounds.

 

FAQ: Spritzguss und Reinraumproduktion von Single-use Instrumenten

Warum ist Spritzguss für Single-use Instrumente ideal?

Das Verfahren ermöglicht hohe Stückzahlen, gute Reproduzierbarkeit und vergleichsweise geringe Stückkosten bei skalierenden Volumen. Zudem lassen sich funktionale Merkmale direkt in das Bauteil integrieren, wodurch sich der Montageaufwand reduziert.

Wann ist Reinraumproduktion für Single-use Instrumente notwendig?

Das hängt vom Produktzweck, der Risikobewertung, den Kontaminationsanforderungen und den nachgelagerten Prozessschritten ab. Nicht immer muss die komplette Fertigung im Reinraum stattfinden, aber kritische Schritte wie Montage, Endreinigung oder Verpackung sind unter kontrollierten Bedingungen häufig sinnvoll. Wenn Produkte hohe Anforderungen an Sauberkeit, Sterilität oder regulatorische Nachweisbarkeit haben, insbesondere bei medizinischen Einwegprodukten.

Welche Materialien sind für Spritzguss und Reinraumproduktion von Single-use Instrumenten besonders geeignet?

Verschiedene thermoplastische Kunststoffe wie beispielsweise ABS- oder PC-Compounds. Welche Materialwahl optimal ist, hängt von Sterilisationsanforderungen, mechanischer Belastung, Temperaturprofil, Geometrie und regulatorischer Dokumentation ab.

Welche Rolle spielt Prozessvalidierung bei Spritzguss und Reinraumproduktion von Single-use Instrumenten?

Eine zentrale Rolle. In Medtech-Projekten müssen Prozesse nachvollziehbar und reproduzierbar dokumentiert werden. Das betrifft nicht nur den Spritzguss, sondern auch Füge-, Kennzeichnungs- und Verpackungsprozesse. Unter MDR, FDA und ISO 13485 gewinnt diese Nachweisbarkeit besonders an Gewicht.

Wie schnell kann ein neuer Fertigungsprozess für Spritzgussteile entwickelt werden?

Je nach Komplexität, Anforderungen und Validierungsaufwand einige Wochen bis wenige Monate. Einfache Teile können deutlich schneller industrialisiert werden als komplexe Baugruppen mit Hybridfunktionen, Kennzeichnung, Montage und validierter Verpackung.


Sie planen ein Einweginstrument oder möchten bestehende Lösungen optimieren?

Ob einfache Kunststofflösungen, dickwandige Bauteile, filigrane Einlegeteile oder Serien mit engen Toleranzvorgaben: Unsere Spritzgussspezialisten sind bereit, sich jeder Herausforderung zu stellen.

Kontaktieren Sie uns – Wir finden eine Lösung.

Raphael Schwegler
Senior Sales & Project Manager

raphael.schwegler@gsell.ch

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